Die Risiken in der Lieferkettenlogistik sind komplex, vielfältig und unterliegen ständigen Veränderungen. Unternehmen sind ständig bestrebt, ihre logistische Effizienz zu verbessern, um Kosten und Zeit zu sparen und gleichzeitig die Erwartungen ihrer Kunden zu erfüllen und zu übertreffen. Effizienz ist jedoch nur ein Teil des Lieferketten-Puzzles. Sie ist nicht einmal der wichtigste Teil. Tatsächlich kann Effizienz Ihrem Unternehmen bei Störfällen erhebliche logistische Risiken einbringen. Anstatt Effizienz zu Ihrer Kernmethodik zu machen, sollten Sie sich auf logistische Resilienz konzentrieren, um agile und belastbare Lieferketten aufzubauen.
Warum Resilienz für Logistikrisiken vorzuziehen ist
Lieferketten-Logistikmanager haben sich traditionell auf Effizienz konzentriert und versucht, Zeit und damit Kosten zu reduzieren, wobei die Kundenzufriedenheit die Messgrößen bestimmte. Infolgedessen wurden große Fortschritte in der logistischen Effizienz erzielt. Dies zeigt sich daran, dass Unternehmen auf der ganzen Welt den revolutionären Just-in-Time-Ansatz von Toyota übernommen haben. Aber solche Ansätze bieten keinen Schutz vor Störungen und schaffen effiziente, aber potenziell sehr fragile Lieferketten.
Ein resilienzbasierter Ansatz in der Logistik kann kurzfristig zu längeren Lieferzeiten und höheren Kosten führen. Letztendlich verschafft er Unternehmen jedoch langfristig mehr Flexibilität und höhere Gewinne. Resiliente Logistikbetriebe sind besser auf größere Störungen vorbereitet. Außerdem sind sie besser für den Umgang mit sich ändernden Vorschriften zu Kohlenstoffemissionen gerüstet. Die Fokussierung auf Resilienz stellt daher sicher, dass Effizienz auch Anpassungsfähigkeit umfasst. Dies gibt Unternehmen die Möglichkeit, kurzfristige Störungen zu überstehen und schnell und reibungslos auf Plan B, Plan C oder sogar Plan D umzuschwenken, um längere Störungen abzumildern. Daher ist die Investition in Resilienz eine Investition in die Geschäftskontinuität angesichts einer sich ständig verändernden Lieferkettenlandschaft.
Dieser Schritt hin zu mehr Resilienz markiert einen größeren Wandel innerhalb des Lieferketten-Ökosystems. Unternehmen arbeiten nun daran, die zuverlässigsten Lieferanten zu sein, anstatt sich nur auf Geschwindigkeit zu konzentrieren. Natürlich ist eine schnelle Lieferung nach wie vor ein wichtiger Faktor. Allerdings entscheiden sich Kunden zunehmend für Lieferanten, die ihre Verträge zuverlässig erfüllen und auch bei Störungen den versprochenen Liefertermin einhalten. Durch die Entscheidung, sich auf Resilienz zu konzentrieren, können Unternehmen realistische Schätzungen für den Versand von Produkten abgeben und ihren Kunden so ein Gefühl von Sicherheit und Vertrauen vermitteln.
Wie Resilienz bei Logistikrisiken funktioniert
Die Widerstandsfähigkeit in der Lieferkettenlogistik kann viele Formen annehmen und hängt von Echtzeitdaten ab, die kontinuierlich erfasst werden. Ohne ein umfassendes Verständnis der gesamten Lieferkette und der darin auftretenden Ereignisse oder Störungen laufen Logistikmanager Gefahr, sich auf alternative Pläne zu verlassen, die nicht richtig auf die aktuellen Probleme zugeschnitten sind.
Bei der Logistikplanung und der Notfallplanung gibt es eine Vielzahl von Aspekten zu berücksichtigen, darunter beispielsweise:
- Physische Kapazitäten
- Transportmittel und Versandwege
- Verbindung mehrerer Anbieter oder Transportmittel
- Produktanpassungen, einschließlich Kühlkettenüberwachung oder sensible Güter, die besonderen Vorschriften unterliegen
- Grenzübergänge sowie Zoll- und Handelsbeschränkungen
- Wetterereignisse und -vorhersagen
- Kohlenstoffemissionsziele oder Compliance
- Arbeitskämpfe und politische Unruhen
- Cybersicherheit
- und vieles mehr

Abbildung 1: Logistikrisiken können in verschiedenen Betriebsbereichen auftreten und erfordern eine umfassende Lieferkettenrisikoplanung.
Die Unmöglichkeit, Logistikrisiken manuell zu überwachen
Die manuelle Überwachung der „Was-wäre-wenn“-Szenarien und Plan Bs für eine ständig wachsende Anzahl von Variablen ist nicht mehr möglich. Heute ist es entscheidend, fortschrittliche Analysen zu nutzen, um die Daten aus all diesen Variablen zu überwachen, zu sammeln und einzuordnen. In Verbindung mit der menschlichen Aufsicht durch erfahrene Datenwissenschaftler, die die Nuancen innerhalb der Lieferketten und die laufenden Risiken verstehen, beseitigt KI das Rätselraten im Logistik-Risikomanagement.
Die Kombination aus technologischer Analyse und menschlicher Kontrolle ist letztendlich das, was Unternehmen die Fähigkeit verleiht, schnell zu handeln und effektive logistische Entscheidungen zu treffen. Die Datenanalyse allein berücksichtigt beispielsweise möglicherweise nicht alle Nuancen innerhalb der Betriebsabläufe eines Unternehmens. Umgekehrt können Lieferkettenmanager allein wichtige Details übersehen. Die Kombination beider Ansätze bietet die Gewissheit, dass alle Details berücksichtigt wurden und dass gute logistische Entscheidungen mit Zuversicht getroffen werden können.
Lieferketten können genauso leicht aus der Bahn geworfen werden wie ein Sturm logistische Katastrophen verursachen kann. Mit Echtzeitüberwachung und -analyse durch Lieferkettenmanager, die die aktuelle Situation verstehen, können logistische Alpträume jedoch zu operativen Erfolgsgeschichten werden.
